Studienberatung : Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften

Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften

EUR 14,90


Wer dieses Buch liest, kann einen Schreck bekommen, bekennt der Autor: So viele Regeln, so viele Anweisungen, da komme ich im Leben nicht mit zurecht ... Tatsächlich: Prof. Dr. Umberto Eco, bekanntlich ein überdurchschnittlich hochgebildeter Mann mit akademischen Meriten, hält in diesem Buch das wissenschaftliche Ethos hoch. Er berichtet vom wissenschaftlichen Stolz und der wissenschaftlichen Bescheidenheit -- und davon, wie der Examenskandidat wochenlang in Bibliotheken lebt, bis zu drei Jahre am Text tüftelt und Gebirge von Karteikarten besteigt. Ecos Anspruch mag scheitern an der Wirklichkeit des durchschnittlichen deutschen Studenten, der gerade als Geisteswissenschaftler schon im Studium möglichst berufsgerecht jobben und Praktika ableisten muß. Aber jedem nützen Ecos Tricks -- der Meister verrät, wie er selbst wissenschaftliche Arbeiten schreibt -- und Insidertips à la Wie man verhindert, daß man vom Betreuer ausgenutzt wird. Ein weiteres Plus: Fast ebenso spannend wie seine Romane hat Eco auch diesen dialogischen Ratgeber geschrieben. Was ja bei solcher Lektüre -- angesichts knochentrockener Kompendien, die für jegliche Fachrichtung angeboten werden -- keineswegs selbstverständlich ist. --Frank Rosenbauer

Nicht mehr zu gebrauchen - Dieses Buch erschien in seiner ersten Auflage 1977 und hat sich in seiner heutigen 12. Auflage nicht an die aktuelle Zeit angepasst. Anlegen von Karteikarten (!), Tipps wie man richtig mit einer Schreibmaschine schreibt (!) oder andere Aspekte des Buches sind heute einfach überflüssig. Es sind eine Reihe anderer Bücher der Reihe UTB erschienen, die weit nützlicher sind als dieses Buch.Einzig positiv: Die kritische Auseinandersetzung mit den Prüfern von Abschlußarbeiten selbst. Das positive daran: der Humor.Beispiel zum Thema Danksagung: Es könnte passieren, daß ihr einer Person dankt und bekennt, daß ihr in ihrer Schuld steht, die euer Referent nicht leiden kann, verabscheut oder verachtet. Ein schwerwiegender akademischer Unfall. Aber ihr seid selbst an ihm schuld. [...] Oder aber euer Doktorvater ist ein alter, gehässiger, unkontrollierter und dogmatisch einseitiger Dummkopf, dann hättet ihr bei einem solchen Kerl keine Arbeit schreiben sollen.Ich rate vom Kauf ab.

Nach der Arbeit ist vor der Arbeit - Das Buch ist mit fug und recht in der 12. Auflage!Ich stand auf einmal vor dem Problem was und wie am Besten Schreiben. Bisher war mein verufliches Fachgebiet Berichte zu verfassen oder Presentationen, aber was ist oder wie wird eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben??Umberto Eco`s Buch benatwortet wirklich ALLe Fragen diesbezüglich. Und als alten Haudegen (entschuldigung Senior Eco) aus dem Universitären Bereich, nehme ich seine Ratschläge und Empfehlungen gerne an.Er schreibt sehr verständlich, und ausreichend ausführlich aber trotzdem nicht zu ausschreifend. Die Anmerkungen meiner Vorredner teile ich, in Italien sind wir nicht, ebenso ist Literatur nicht mein Fachgebiet. Dennoch tut dies keinen Abbruch, denn ob das Thema Griechische Mythologie, Autobauer des 19Jhd oder die Philosopische Annäherung der Familie Simpson abhandelt, spielt keine Rolle. Die Methodik ist der Kern des Buches und das wurde herrvorragend erklärt, und als Student ist man sowiso gewohnt die Dinge auszusortieren die nicht von Belang sind. Deshalb 5 grosse Sterne.

Gute Hilfe durch den Motivator - Auch wenn das Buch von Eco inzwischen in die Jahre gekommen ist, fand ich es ungemein hilfreich. Es fehlen jegliche Hinweise auf die Hilfen, die einem die Entwicklung von Computern in den letzten Jahrzehnten zur Verfügung gestellt haben, von der Literaturrecherche über die Textverarbeitung hin zu der eigenen Literaturverwaltung.Auf der anderen Seite - und genau dafür empfehle ich das Buch - fehlt gerade in den deutschen Geisteswissenschaften oft die Unterstützung in der Frühphase einer Examensarbeit. Und diese Unterstützung habe ich bei Eco gefunden: um ein Thema zu entwickeln, eine Struktur dazuzubasteln, sich an dieser Struktur über Wochen und Monate zu orientieren und so zu einem Ergebnis zu kommen.Daher ist das Buch als Anleitung kaum besser als vieles, was sich auch im Internet findet. Durch die interessante und fesselnde Sprache Ecos aber ist das Buch eine Motivation, sich selber an sein Examen zu wagen. Und das ist allemal etwas wert.

Guter Ratgeber - aber eine Überarbeitung wäre mittlerweile angebracht - Umberto Eco zählte bereits 1977 zu den alten Hasen im wissenschaftlichen Geschäft, weswegen seine Ratschläge durchaus Gewicht haben. Er weiß, wo all die Probleme und Stolperfallen beim Erstellen wissenschaftlicher Hausarbeiten liegen, und kann dies dem Leser auch klar verdeutlichen. Ebenso erhält der Band sehr viel Grundwissen, welches für die Arbeit unerlässlich ist. Gerade die lästigen handwerkliche Dinge werden von Eco noch einmal angesprochen, und er weiß, wovon er redet. Leider hat dieses Buch aber auch ein paar Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollen. Zum einen schreibt Eco aus der Sicht eines Professors des italienischen Hochschulsystems, denn der Band war nicht primär für die Übersetzung in andere Sprachen – und damit die Verwendung ausländischer Studenten an ausländischen Hochschulsystemen - intendiert. Zum anderen – und darin liegt das eigentliche Problem des Buches – merkt man ihm sein Alter deutlich an. Eco geht beim Verfassen der Arbeit von der Verwendung einer Schreibmaschine aus, ein Anachronismus, der an keiner Hochschule heutzutage mehr vorstellbar wäre. Zum Zeitpunkt des Verfassens war der Rechner jedoch noch eine Kuriosität, die erst Jahre später Einzug in die Arbeitszimmer von Professoren wie Studenten hielt. Heute ist der PC dagegen gang und gäbe. Ebenso findet man in dem Buch kein Wort über die Verwendung des Internets als Unterstützung für die Recherchearbeit, worunter natürlich auch elektronische Bibliotheksdatenbanken fallen, die heute an jeder Universität zum Standard gehören. Damit wird das Buch selbst – trotz seiner zahlreichen Tipps und Tricks, die auch heute noch für viele Studenten wertvoll wären – zu einem lebenden Anachronismus. Lebend deshalb, weil es weiterhin publiziert wird und sich ob seiner hohen Auflage scheinbar auch bestens verkauft, wofür zu nicht geringem Maße wohl der Name Eco verantwortlich sein dürfte. Gerade deshalb wäre es dringend nötig, dieses Buch einer gründlichen Überarbeitung zu unterziehen. Das wäre der – zu Recht – hoch geachtete Professor aus Bologna sich und seinen Lesern schuldig.Das Werk hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits enthält es eine Vielzahl sinnvoller Ratschläge, die sich jeder Student verinnerlichen sollte, will er seine Doktor-, Diplom- oder Magisterarbeit zu einem glücklichen Abschluss bringen. Leider hat sich das Buch andererseits selbst überlebt, da es seit 29 Jahren nicht aktualisiert wurde, was im Zeitalter des Internets fast schon als Äon gelten kann. So kann nur der Rat gegeben werden, sich jene Kapitel herauszupicken, welche sich mit den grundsätzlichen Dingen beim Verfassen einer Abschlussarbeit auseinandersetzen. Für Hinweise zur Verwendung moderner Hilfsmittel und Technologien sei dem Leser jedoch zu einem aktuelleren Werk geraten.

Gut, aber nicht Top - Grundsätzlich ist gegen das Werk nichts einzuwenden. Es zeigt übersichtlich und strukturiert auf, was man bei der Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit beachten sollte. Einziger Minuspunkt, der zu 5 Sternen gefehlt hat ist die Tatsache, dass Eco teilweise zu detailverliebt in seine italienische Literatur ist und meines Erachtens nach keine allgemein gültigen, sondern sehr fachspezisiche Beispiele dargelegt hat. Das ist ein negativer, aber durchaus zu verschmerzender Beigeschmack. Ansonsten ein Superbuch, welches gut aufgebaut und in der Kapitelfolge durchaus durchdacht ist.




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